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Stand 08.09.2026
Parameter TPMT-Defizienz
Synonyme, ggfs. Handelsname Gen: TPMT, Transkript: NM_000367.5, NP_000358.1, Varianten: rs1800462; rs1800460; rs1142345; p.Ala80Pro; p.Ala154Thr; p.Tyr240Cys
Probenmaterial und Menge EDTA-Blut, 1 ml
Hinweise zur Interpretation
Die Thiopurine Azathioprin, Mercaptopurin und Thioguanin werden über das Enzym Thiopurin-Methyltransferase (TPMT) durch S-Methylierung metabolisiert und inaktiviert. Die Enzymaktivität der TPMT ist in hohem Maße genetisch determiniert, wobei der Erbgang autosomal kodominant ist. Drei Einzelbasenaustausch-Varianten (rs1142345, rs1800460 und rs1800462) sind für etwa 90% der verminderten bzw. fehlenden Enzymfunktion verantwortlich.
Diese Varianten definieren die TPMT-Allele *2 (rs1800462), *3A (rs1800460 und rs1142345 A>G), *3B (rs1800460), *3C (rs1142345 A>G), *4 (rs1800584), *14 (rs9333569), *29 (rs267607275) und *41 (rs1142345 A>C).
Etwa 5% der Bevölkerung sind heterozygote Träger einer dieser Varianten mit deutlich verminderter Enzymaktivität; etwa 0,3% der Bevölkerung sind homozygote Träger und exprimieren inaktive Enzyme UAW (Relling et al., 2019).
Bei etwa 30-60% der heterozygoten und bei 100% der homozygoten Träger einer dieser Varianten tritt aufgrund der verminderten bzw. fehlenden TPMT-Aktivität eine Arzneimittel-induzierte schwere Myelosuppression auf. Dementsprechend führt eine auf TPMT-Genotypisierung basierende Dosisanpassung der Thiopurine zu einer deutlichen Risikoreduktion für diese UAW (Relling et al., 2019: CPIC Guideline).
Verfahrensnummer Institutsstandort Großhadern
Routine: 4661
Institutsstandort Innenstadt
Routine: 4661
Durchführungsort/e Institutsstandort Großhadern -
Durchführungszeitraum täglich, Montag - Freitag (außer Feiertag) -
Einheit s. Sonderbefund
Referenzbereich/e
Wildtypsequenz, TPMT (NM_000367.3; Homo sapiens thiopurine S-methyltransferase)
Akkreditierungsstatus nicht-akkreditiertes Verfahren