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Stand 14.08.2026
Parameter MTHFR-Defizienz
Synonyme, ggfs. Handelsname Gen: MTHFR, Transkript: NM_005957.5; NP_005948.3
Probenmaterial und Menge EDTA-Blut, 1 ml
Hinweise zur Interpretation
MTHFR ist ein essentielles Enzym für die Methylierung von Homocystein zu Methionin. Eine Nukleotidsubstitution im MTHFR-Gen (c.665C>T, vormals bekannt als c.677C>T) führt zu einem Aminosäureaustausch (p.Ala222Val) und damit zu einer thermolabilen Variante mit erniedrigter Enzymaktivität (Frosst et al. 1995). In der weißen Bevölkerung sind 13,7% Träger des TT-Genotyps (De Stefano et al. 2000).
Die Enzymaktivität bei homozygoten Trägern ist um mehr als 50% reduziert, während der Effekt der reduzierten MTHFR-Aktivität auf die Homocysteinkonzentration abhängig von dem Plasmafolsäurespiegel ist (Bezemer et al. 2007). So ist bei niedrigem Plasmafolsäurespiegel (< 6,8 ng/ml) die Homocysteinkonzentration in homozygoten Trägern um 24% erhöht, wohingegen bei einem Plasmafolsäurespiegel > 6,8 ng/ml kein signifikanter Unterschied zwischen den Genotypen hinsichtlich der Homocysteinkonzentration detektiert werden konnte (Jaques et al. 1996).
Während die Hyperhomocysteinämie grundsätzlich einen Risikofaktor für venöse Okklusion darstellt (Den Heijer 1998; Cattaneo 1998; De Stefano 2000), konnte für den TT-Genotyp in Studien allenfalls eine schwache oder keine Assoziation mit einem erhöhten Thromboserisiko hergestellt werden (Den Heijer et al. 2005; Bezemer et al. 2007).
Durch Administration von Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 konnte die Homocysteinkonzentration bei Trägern des TT-Genotyps auf Normwerte gesenkt werden (Harrington et al. 2003; D`Angelo et al. 2000), was jedoch keinen Effekt auf die sekundäre Prävention eines thromboembolischen Ereignisses hatte (Den Heijer et al. 2007).
In Studien konnte gezeigt werden, dass der MTHFR-Genotyp die ovarielle Empfindlichkeit beeinflusst. Sowohl hetero- als auch homozygote Trägerinnen des 677C>T-Austauschs über 35 Jahre benötigen im Rahmen der Kinderwunschbehandlung mehr Follikel-stimulierendes Hormon (FSH) und weisen trotz der höheren Dosierung eine geringere Anzahl befruchtungsfähiger Eizellen auf (Thaler et al. 2006; Hecht et al. 2009). Außerdem haben hetero- und homozygote Trägerinnen des 677C>T-Austauschs ein 2,3fach geringeres Risiko, spontan dichoreale Zwillinge zu gebären (Hasbargen et al. 2000).
Verfahrensnummer Institutsstandort Großhadern
Routine: 4607
Institutsstandort Innenstadt
Routine: 4607
Durchführungsort/e Institutsstandort Großhadern -
Durchführungszeitraum täglich, Montag - Freitag (außer Feiertag) -
Einheit s. Sonderbefund
Referenzbereich/e
Wildtypsequenz, MTHFR (NM_001330358.1; Homo sapiens methylenetetrahydrofolate reductase, transcript variant 1)
Akkreditierungsstatus Akkreditiertes Verfahren nach DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC 17025