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Stand 12.05.2026
Parameter Faktor-V-Leiden-Variante
Synonyme, ggfs. Handelsname Gen: F5, Transkript: NM_000130.5; NP_000121.2
Probenmaterial und Menge EDTA-Blut, 1 ml
Hinweise zur Interpretation
Faktor-V-Leiden-Variante (APC-Resistenz)
Nachweis der pathogenen Variante c.1601G>A (vormals c.1691G>A; rs6025) F5-Gens durch Amplifikation der Zielregion mittels PCR und anschließender Schmelzkurvenanalyse. Die Faktor-V-Leiden-Variante bezeichnet eine angeborene Resistenz des Gerinnungsfaktors V gegen aktiviertes Protein C (APC-Resistenz), die durch einen Aminosäureaustausch von Arginin zu Glutamin (p.Arg534Gln, vormals p.Arg506Gln, R506Q) verursacht wird. Folgen sind eine mangelnde Inaktivierung des Faktor V und somit eine anhaltende Prothrombin-Aktivierung.
In Europa sind ca. 5% der weißen Bevoelkerung Traeger dieser pathogenen Variante (Ridker et al. 1997, De Stefano 1998). Bei 18% der Patienten mit einem venoesen thromboembolischen Ereignis konnte die Faktor-V-Leiden-Mutation nachgewiesen werden (De Stefano 1998).
Faktor-V-Leiden-Variante und generelles Risiko einer venoesen Thromboembolie
Heterozygote Träger dieser pathogenen Variante haben ein 4-5fach erhöhtes Risiko im Vergleich zu Nicht-Trägern, eine venöse Thromboembolie zu erleiden (Rosendaal und Reitsma 2009, Gohil et al. 2009, Simone et al. 2013), während das Risiko unter homozygoten Trägern in zwei großen Meta-Analysen als 9-12fach ermittelt wurde (Gohil et al. 2009, Simone et al. 2013). Nach einem venösen thromboembolischen Ereignis konnte für heterozygote Träger im Vergleich zu Nicht-Trägern ein ca. 1,5fach erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten gezeigt werden (Marchetti 2000; Ho 2006, Marchiori et al. 2007, Segal et al. 2009). Für homozygote Träger wurde ein 2,6fach erhöhtes Risiko ermittelt (Segal et al. 2009).
Faktor-V-Leiden-Variante und hormonelle Therapie
Unter oraler Kontrazeption besteht fuer Traegerinnen der Faktor-V-Leiden-Mutation ein ca. 10fach erhoehtes Thromboserisiko, waehrend dieses fuer gesunde Frauen unter oraler Kontrazeption ca. 4fach erhoeht ist (Spannagel et al. 2000). Auch unter Hormonersatztherapie konnte unter Traegerinnen der Faktor-V-Leiden-Mutation ein deutlich erhoehtes Risiko fuer die Entwicklung einer venoesen Thromboembolie detektiert werden (OR 13, Wu et al. 2006), wohingegen dieses unter gesunden postmenopausalen Frauen mit Hormonersatztherapie als 2-4fach erhoeht ermittelt wurde (Rosendaal et al. 2002).
Faktor-V-Leiden-Variante und Schwangerschaft
Es konnte gezeigt werden, dass eine Schwangerschaft mit einem 5-8fach erhoehten Thromboserisiko heterozygoter Traegerinnen (Wu et al. 2006, Robertson et al. 2006, Bleker et al. 2014; Gerhardt et al. 2016) sowie 17-34fach erhoehten Risiko homozygoter Traegerinnen im Vergleich zu Nicht-Traegerinnen (Wu et al. 2006, Robertson et al. 2006, Gerhardt et al. 2016) einhergeht. Das Risiko einer Fehlgeburt ist fuer heterozygote Traegerinnen der Faktor-V-Leiden-Mutation lediglich gering (OR 1,52, Rodger et al. 2010), jedoch fuer homozygote Traegerinnen deutlich erhoeht (OR 6,25) (Wu et al. 2006). Eine medikamentoese VTE-Prophylaxe in der Schwangerschaft sollte in Zusammenschau der vorliegenden individuellen Risikofaktoren erwogen werden (siehe auch AWMF S3-Leitlinie zur Prophylaxe der venoesen Thromboembolie, Oktober 2015).
Compound Heterozygotie Faktor-V-Leiden-Variante und Prothrombin-Variante G20210A
Eine Compound-Heterozygotie fuer die Faktor-V-Leiden Variante und die Prothrombin-Variante G20210A verstaerkt das Risiko einer venoesen Thromboembolie um das 20fache, wohingegen das Risiko fuer einfach Heterozygote 4-5fach erhoeht ist (Emmerich et al. 2001).
Therapeutische Konsequenz
Über die individuelle therapeutische Konsequenz sollte vor dem Hintergrund mehrerer klinischer Kriterien entschieden werden (siehe auch AWMF S3-Leitlinie zur Prophylaxe der venoesen Thromboembolie, Oktober 2015).
Verfahrensnummer Institutsstandort Großhadern
Routine: 4606
Institutsstandort Innenstadt
Routine: 4606
Parameter von
Durchführungsort/e Institutsstandort Großhadern -
Durchführungszeitraum täglich, Montag - Freitag (außer Feiertag) -
Einheit s. Sonderbefund
Referenzbereich/e
Wildtypsequenz, F5 (NM_000130.4; Homo sapiens coagulation factor V)
Akkreditierungsstatus Akkreditiertes Verfahren nach DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC 17025