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Stand 14.08.2026
Parameter Mevalonatkinase-Defizienz
Synonyme, ggfs. Handelsname Gen: MVK; Transkript: NM_000431.4, NP_000422.1, Hyper-IgD-Syndrom
Probenmaterial und Menge EDTA-Blut, 1 ml
Hinweise zur Interpretation
Das Enzym ATP-Mevalonat-5-Phosphotransferase katalysiert in der Biosynthese von Cholesterol und Isoprenoiden die Umwandlung von Mevalonsäure zu 5-Phosphomevalonsäure. Eine Defizienz des Enzyms führt zu einer Akkumulation des Substrats, die in einem Anstieg der Plasmaspiegel und in einer erhöhten Ausscheidung der Mevalonsäure über die Nieren resultiert.
Eine partielle Defizienz des Enzyms geht mit rezidivierenden, plötzlich einsetzenden Fieberschüben einher. Diese werden begleitet von einer generalisierten Lymphadenopathie, Bauchschmerzen, Diarrhöen, Erbrechen, einer oft symmetrischen Polyarthritis/Arthralgie zumeist der Sprung- und Kniegelenke, einem masernähnlichen Exanthem und Kopfschmerzen. Seltener werden eine Splenomegalie sowie Aphthen in der Mundhöhle und im Genitalbereich beobachtet.
Der Verdacht auf ein Hyper-IgD-und-periodisches-Fiebersyndrom (HIDS) wird erhärtet durch den mindestens zweimaligen Nachweis konstitutiv erhöhter Serum-IgD-Spiegel (mehr als 100 U/ml) im Abstand von vier Wochen (in ca. 80 % in Kombination mit altersbezogen erhöhten IgA-Werten) und durch eine Erniedrigung der Mevalonatkinase-Aktivität im Enzym-Assay. Einschränkend ist allerdings anzumerken, dass die IgD-Spiegel (insbesondere bei Kleinkindern) trotz eines Hyper-IgD-Syndroms nicht erhöht sein müssen, so dass ein normaler IgD-Wert kein Ausschlußkriterium darstellt und die Bestimmung im Einzelfall mehrmals wiederholt werden sollte.
Der komplette Verlust der MVK-Enzymaktivität führt dagegen im frühen Kindesalter zum Krankheitsbild der Mevalonazidurie, das in seiner schwersten, tödlichen Form durch Gedeihstörung, Entwicklungsverzögerung, Anämie, Lymphadenopathie, Hepatosplenomegalie, Diarrhoe, Katarakt und eine Gesichtsdysmorphie (Mikrozephalie, dreieckiges Gesicht, hypoplastische Nasenflügel) charakterisiert ist. Weniger stark betroffene Kinder zeigen eine psychomotorische Retardierung sowie eine Hypotonie, Myopathie und Ataxie. Alle Patienten leiden zudem an wiederholt auftretenden Anfällen von Schüttelfrost und Fieber mit der oben beschriebenen Begleitsymptomatik.
Ursache der autosomal rezessiv vererbten partiellen bzw. kompletten Mevalonatkinase-Defizienz sind pathogene Varianten im MVK-Gen auf Chromosom 12q24, das aus zehn proteinkodierenden Exons besteht. Am häufigsten sind die Exons 9 und 11 (insbesondere p.Val377Ile, c.1129G>A, rs28934897) betroffen, so dass diese beiden Exons bei Verdacht auf ein Hyper-IgD-Syndrom in der ersten Stufe sequenziert werden (Shinar et al., 2012: Guidelines for the genetic diagnosis of hereditary recurrent fevers). Ist keine pathogene Variante nachweisbar, können anschließend die restlichen Exone des MVK-Gens sequenziert werden.
Verfahrensnummer Institutsstandort Großhadern
Routine: 4551
Institutsstandort Innenstadt
Routine: 4551
Durchführungsort/e Institutsstandort Großhadern -
Durchführungszeitraum täglich, Montag - Freitag (außer Feiertag) -
Einheit s. Sonderbefund
Referenzbereich/e
Wildtypsequenz, MVK (NM_000431.3; mevalonate kinase, transcript variant 1)
Akkreditierungsstatus nicht-akkreditiertes Verfahren