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| Stand | 12.04.2026 | |||
| Parameter | Hämochromatose Typ 2A | |||
| Synonyme, ggfs. Handelsname | Gen: HJV; Transkript: NM_213653.4, NP_998818.1 | |||
| Probenmaterial und Menge | EDTA-Blut, 1 ml | |||
| Hinweise zur Interpretation |
Die seltene juvenile Hämochromatose manifestiert sich bereits im ersten bis zweiten Lebensjahrzehnt. Im Gegensatz zur ebenfalls autosomal rezessiv vererbten, aber wesentlich häufigeren klassischen Hämochromatose Typ 1 infolge eines HFE-Gendefekts sind Kardiomyopathie und hypogonadotroper Hypogonadismus die führenden Symptome. Herzversagen und/oder Arrhythmien sind dementsprechend die häufigste Todesursache. Gleichzeitig treten aber auch alle anderen Komplikationen der klassischen Hämochromatose wie Leberzirrhose, Diabetes mellitus, graubraune bis bronzefarbene Hautpigmentierung und Arthropathie auf. Transferrin-Sättigung und Serum-Ferritin-Spiegel sind auf Grund der schweren Eisenüberladung deutlich erhöht. In der Mehrzahl der Fälle tragen die beiden Allele des HJV-Gens (vormals HFE2-Gen) auf Chromosom 1q21 pathogene Varianten. Das HJV-Gen besteht aus vier Exons, die für ein Hemojuvelin genanntes Protein unbekannter Funktion kodieren. Hemojuvelin gehört zu einer Familie Glycosyl-Phosphatidylinositol (GPI)-verankerter Membranproteine, die als "repulsive guidance molecules" (RGM) bezeichnet werden. Pathogene Varianten im HJV-Gen führen zu reduzierten Hepcidin-Spiegeln und damit zu einer verstärkten Eisenaufnahme über den Gastrointestinaltrakt. In einer geringeren Zahl von Patienten mit juveniler Hämochromatose sind dagegen Alterationen des als negativer Regulator der Eisenaufnahme fungierenden Proteins Hepcidin infolge pathogener Varianten im HAMP-Gen auf Chromosom 19q13 die Ursache der schweren Eisenüberladung (Untersuchung separat unter der Verfahrensnummer 4538 anforderbar). Eine partielle Hemojuvelin-Defizienz infolge pathogener Varianten auf nur einem der beiden Allele kann ebenso wie eine partielle Hepcidin-Defizienz in Kombination mit dem homozygoten Trägerstatus für die pathogene HFE-p.Cys282Tyr-Variante oder dem zusammengesetzt heterozygoten Trägerstatus für die p.Cys282Tyr- und p.His63Asp-Variante zur Manifestation einer klassischen Hämochromatose Typ 1 führen (Le Gac et al. 2004. Hum. Mol. Genet. 13: 1913-1918; Biasiotto et al. 2004. Blood Cells Mol. Diseases 33: 338-343). Nach heutigem Kenntnisstand sind pathogene Varianten des HJV- oder HAMP-Gens in Kombination mit Defekten des HFE-Gens jedoch insgesamt selten und erklären nur einen kleinen Teil der variablen phänotypischen Penetranz dieser Erkrankung (European Association for the Study of the Liver (EASL) Clinical Practice Guidelines on Haemochromatosis, 2022). | |||
| Verfahrensnummer |
Institutsstandort Großhadern Routine: 4537
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Institutsstandort Innenstadt Routine: 4537
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| Durchführungsort/e | Institutsstandort Großhadern | - | ||
| Durchführungszeitraum | täglich, Montag - Freitag (außer Feiertag) | - | ||
| Einheit | s. Sonderbefund | |||
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Referenzbereich/e |
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| Akkreditierungsstatus | nicht-akkreditiertes Verfahren | |||