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| Stand | 12.05.2026 | |||
| Parameter | CA 19-9 (Roche) im Serum | |||
| Synonyme, ggfs. Handelsname | Carbohydrat Antigen 19-9 | |||
| Probenmaterial und Menge | Serum, 1 ml | |||
| Hinweise zur Interpretation |
CA 19-9 bzw. Gastro-Intestinal Cancer Antigen (GICA) ist ein Monosialogangliosid (Glykolipid) von 36 kDa. Es ist das Sialylderivat (Neuraminsäurederivat) der Lacto N Fucopentose II, einem Hapten der menschlichen Blutgruppendeterminante Lewis-a auf epithelialen Mucinen. Als Teil des Lewis-Blutgruppenantigens kommt CA 19-9 bei Lewis-negativen Personen und somit bei 5 10% der Bevölkerung generell nicht vor. Bei Lewis-positiven Personen findet sich CA 19 9 vor allem im fetalen Epithel von Magen, Darm und Pankreas. Im Erwachsenenalter ist es Bestandteil vieler Schleimhautzellen und erscheint in geringen Konzentrationen in Pankreas-, Leber- und Lungengewebe. In der Zirkulation findet sich CA 19-9 als Struktur innerhalb eines hochmolekularen Muzins von 1000 kDa. Diese Struktur ist das Hapten, welches im Rahmen der Erstbeschreibung im Jahr 1979 durch den monoklonalen Antikörper 116NS-19-9 erkannt wurde, was letztlich zur Bezeichnung als Carbohydrat Antigen 19-9 führte. In der Zirkulation hat CA 19-9 eine Eliminationshalbwertszeit von zwei bis acht Tagen. Die Ausscheidung erfolgt rein biliär. Die Indikation für die Bestimmung von CA 19-9 im Serum besteht zur Verlaufskontrolle im Rahmen von CA 19-9-positiven Karzinomen, insbesondere zusammen mit CEA und CA 72-4 bei Pankreas-, Gallenwegs- und Magenkarzinomen. Für Pankreaskarzinome ist CA 19-9 der Tumormarker erster Wahl. Des Weiteren ist CA 19-9 zusammen mit AFP und CEA ggf. bei der Differentialdiagnose unklarer Raumforderungen von Pankreas und Leber hilfreich. Bei Lewis-negativen Personen ist jedoch die Bestimmung von CA 19-9 generell nicht indiziert, da das Antigen nicht exprimiert wird. Nach Herstellerangaben beträgt im Serum die 95. Perzentile bei gesunden Lewis-positiven Personen 27 U/ml, die 97,5. Perzentile 34 U/ml und die 99. Perzentile 39 U/ml. Rauchgewohnheiten und zunehmendes Alter haben keinen Einfluss, aber in leichter Ausprägung das Geschlecht. Frauen haben etwas höhere Normalwerte. Physiologischerweise erreichen in der Menstruation 15% 70 U/ml und in der Schwangerschaft 10% sogar 120 U/ml. Erhöhungen von CA 19-9 im Serum sind im Bereich bis 40 U/ml lediglich grenzwertig, 40-70 U/ml sehr leicht, 70-120 U/ml leicht, 120-500 U/ml moderat, 500-1000 U/ml stark und ab 1000 U/ml sehr stark. BENIGNE ERKRANKUNGEN: Benigne Erkrankungen zeigen ggf. vorübergehende Erhöhungen. Lebererkrankungen mit Leberzirrhose, Choledocholithiasis und Cholezystitis gehen zu einem Fünftel mit Werten > 37 U/ml einher. Sofern keine dominierende Cholestase eintritt, werden 100 U/ml nur selten und 200 U/ml praktisch nie überschritten. Ausgenommen sind akute Leberzellnekrosen, intrahepatische Cholestase sowie akute Cholangitis. Sie können mit massiv erhöhten Serumwerten einhergehen. Bei anhaltender intrahepatischen Cholestase weisen etwa 90% der Patienten Werte über > 37 U/ml und bei akuter Leberzellnekrose 50% > 100 U/ml auf. Da die Elimination biliär erfolgt, entstehen bei Cholestase je nach Ausmaß ausgeprägte Erhöhungen. Im Rahmen obstruktiver Gallenabflussbehinderungen sind starke Erhöhungen keine Seltenheit. Bei benignem Verschlussikterus können Werte von 60000 U/l vorkommen. Auch bei Pankreatitis steigt CA 19-9 im Serum an. 10-20% der Patienten zeigen Werte > 37 U/ml. Hierbei sind 500 U/ml möglich. Bei chronischer Pankreatitis weisen nur 6% der Fälle Werte > 37 U/ml auf. Die Erhöhung bleibt dann eher von geringem Ausmaß. MALIGNE ERKRANKUNGEN: Ohne Cholestase ist CA 19-9 > 100 U/ml verdächtig und > 200 U/ml sogar hochverdächtig auf eine maligne Erkrankung. Wie alle Tumormarker dient CA 19-9 jedoch nicht der Diagnosestellung, sondern der Therapiekontrolle und Nachsorge CA 19-9-positiver Neoplasien, insbesondere bei Pankreas-, Gallenweg-, Magen- und kolorektalen Karzinomen. Für die Verlaufskontrolle CA 19-9-positiver Tumore nach therapeutischer Intervention ist zu beachten, dass die Eliminationshalbwertszeit von CA 19-9 in der Zirkulation zwei bis acht Tage beträgt. Die Ausscheidung erfolgt rein biliär. Cholestatische Prozesse interferieren stark. Änderungen zum Vorwert von 10% sind analytisch nicht signifikant. Bezogen auf das erreichte Minimum nach letzter Intervention ist ein Anstieg um 30% verdächtig und eine Verdopplung hochverdächtig auf eine erneute Tumorprogression, sofern keine Cholestase benigner Ursache vorliegt. Redaktion: OA Dr. med, M. Weigand | |||
| Verfahrensnummer |
Institutsstandort Großhadern Routine: 2874
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Institutsstandort Innenstadt Routine: 2874
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| Durchführungsort/e | Institutsstandort Großhadern | - | ||
| Durchführungszeitraum | 24 h / 7 Tage | - | ||
| Einheit | U/ml | |||
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Referenzbereich/e |
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| LOINC | 83084-4 | |||
| Akkreditierungsstatus | Akkreditiertes Verfahren nach DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC 17025 | |||